Muslime in der Bundesrepublik

Bismillah ar-Rahman ar-Rahim; Im Namen Gottes des Gnädigen, des Barmherzigen.

Dank für das, was du vorgetragen hast, Elke. Du hast sehr schön dargelegt, wie viel wir gemeinsam haben. Natürlich ist es wichtig, nicht nur über die Gemeinsamkeiten zu sprechen, sondern auch darüber, was uns trennt. Es ist tatsächlich so, dass es zwischen uns Muslimen und euch Juden nicht viel Trennendes gibt, was die Religion anbetrifft. Wir sind uns ebenfalls in unserem Verständnis darüber, was ein guter Lebenswandel ist, in sehr vielen Dingen einig. Das, was uns eigentlich trennt, ist nicht unser religiöses Erbe, sondern mehr die Politik, die ja nun bekanntlich mit Religion nicht viel zu tun hat. Bei den Christen ist das übrigens etwas anders. Aber darauf werde ich gleich noch kommen.
Die lange Geschichte der Muslime in der Bundesrepublik

Die Begegnung mit Muslimen hat ja eine lange Tradition in der Geschichte der Bundesrepublik. Wir finden Muslime in unserer Mitte nicht erst, seitdem wir die Türken geholt haben um hier zu arbeiten. Wir holten die sogenannten Gastarbeiter, weil wir Deutschen zu faul waren - ich drücke mich mal hier so deutlich aus -, bestimmte Arbeiten zu verrichten. Wir wollten bestimmte Arbeiten nicht mehr machen, und so haben wir viele Jahre hindurch Menschen aus anderen Ländern nach Deutschland geholt, und jetzt sind sie eben hier bei uns und wollen aus verständlichen Gründen auch gar nicht mehr in ihre ursprüngliche Heimat zurück. Das ist nur recht und billig so: wir haben sie gerufen, und sie sind gekommen, viele von ihnen auf immer.

Aber die Geschichte des Islam hier in Deutschland und die Begegnung mit den Muslimen geht viel weiter zurück. Es gab bereits zur Zeit von Karl dem Großen im 8. Jahrhundert erste Kontakte. Schon damals gab es einen Austausch von Botschaftern mit den Abbasiden Kalifen in Bagdad und zu anderen islamischen Kalifaten. Hier in Berlin-Brandenburg regierte von 1713-1740 der Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. Eine seiner Einsichten und Weisheiten lautet wie folgt: „Alle Religionen sind gleich und gut, wenn nur die Leute, die sich zu ihnen bekennen, ehrliche Leute sind. Und wenn die Türken kämen und wollten hier im Lande leben, dann würden wir ihnen Moscheen bauen.“ Ja, das hat er so gesagt, aber daraus ist bis heute nichts geworden. Noch immer müssen muslimische Gemeinden kämpfen und sehen sich erheblichem Widerstand von Seiten der Bevölkerung und der Behörden ausgesetzt, wenn sie eine Moschee errichten wollen.

Was glauben die Muslime eigentlich?

Islam bedeutet wörtlich: 1. Frieden, 2. Die Lebensweise, durch die man Frieden erlangen kann und 3. Ergebung, denn die Ergebung in den Willen Gottes ist der sicherste Weg, den Frieden zu gewährleisten. Diese vollkommene Ergebung in Gottes Willen macht auch den religiösen Sinn des Wortes Islam aus.

Der Islam legt für seine Anhänger eine alles einschließende Lebensweise fest, mit deren Hilfe sie alles, was gut und edel ist am Menschen, zur Entfaltung bringen können, so dass ungetrübter Friede herrschen kann von Mensch zu Mensch.

Darüber hinaus betont der Islam den einheitlichen Ursprung aller Religionen. Nach seiner Lehre sind dem menschlichen Geist trotz seiner großen Möglichkeiten bestimmte Grenzen gesetzt, die er weder mit den exakten noch mit den empirischen Wissenschaften überschreiten kann. So liegen für den Menschen das sichere Wissen und die letzten Wahrheiten jenseits dieser Grenzen, und die einzige Quelle, die dem Menschen für die Erreichung dieses Wissens offen steht, ist die göttliche Offenbarung, die ihm von Anbeginn der Zeit zur Verfügung stand. Die Propheten des einen Gottes erschienen im Verlauf der Geschichte in jedem Land und bei jeder Gemeinschaft und überbrachten den Menschen die Weisungen Gottes. Nur konnte diese göttliche Lehre nicht rein erhalten werden, und allein die letzte Offenbarung Gottes an den Propheten Mohammed ist, wissenschaftlich beweisbar, bis auf den heutigen Tag den Menschen unverfälscht zugänglich. Alle Propheten, von Adam über Abraham, Moses, Jesus bis hin zu Mohammed, sind die Propheten eines Muslims (Anhänger des Islams), und er glaubt an sie und verehrt sie ohne Unterschied. Alle göttlichen Offenbarungen, von der Thora über die Psalmen und das Evangelium bis zum Koran, sind für den Muslim Offenbarungen des einen Gottes; nur ist der Koran die letzte dieser Offenbarungen, und er beinhaltet all das, was der Mensch zu einem gottgewollten Leben benötigt.

Die Muslime beten zu einem einzigen Gott - dem Allmächtigen, Allwissenden, Allgerechten, dem Bewahrer aller Welten, dem Freund, Hüter und Helfer. Es gibt nichts, was ihm gleich wäre. Er hat keinen Teilhaber an Seiner Macht. Er wurde nicht gezeugt und hat weder Sohn noch Tochter gezeugt. Er ist ein absolut unteilbares Ganzes. Er ist das Licht der Himmel und der Erde, der Barmherzige, der Gnadenvolle, der Ruhmreiche, der Herrliche, der Wunderschöne, der Ewige, der Unendliche, der Erste und der Letzte.

Der Glaube ohne entsprechende Taten wird zum toten Buchstaben. Glaube allein genügt nicht, sofern er nicht in die Tat umgesetzt wird. Der Muslim glaubt an seine persönliche Verantwortlichkeit für seine Taten hier auf Erden, für die er am Jüngsten Tag Rechenschaft abzulegen hat. Jeder muss seine Bürde selbst tragen, und niemand kann für die Sünde eines anderen Buße tun.

„Trachte danach, dich mit göttlichen Eigenschaften auszustatten", hat der Prophet gesagt, der selbst ein Muster an Edelmut war. Gott ist des Menschen Vorbild und Seine Eigenschaften bilden die Grundlagen der muslimischen Ethik. Nach Islamischer Lehre besteht Aufrichtigkeit darin, dass man ein Leben in vollkommener Übereinstimmung mit den göttlichen Eigenschaften führt.

Der Muslim glaubt an die grundsätzliche Sündenlosigkeit des Menschen, der - da er mit den besten Gaben ausgestattet ist - die Fähigkeit besitzt, sich ohne Einschränkung immer höher zu entwickeln, wodurch er selbst den Engeln überlegen ist und bis an die Grenzen der Göttlichkeit geführt wird. Darüber hinaus ermutigt der Islam die persönliche Meinungsbildung. Voneinander abweichende Meinungen werden respektiert, die gemäß einem Ausspruch des Propheten Mohammed ein Segen Gottes sind. Das Erwerben von Wissen wird im Islam als Pflicht betrachtet. Es ist die Aneignung von Wissen, die den Menschen selbst den Engeln überlegen macht.


Die Muslime als zweitgrößte Religionsgemeinschaft in der Bundesrepublik

Wir gründen ja in diesen Tagen zusammen den Nationaler Friedensrat. Dazu kann ich feststellen, dass im vergangenen Jahr ist in Deutschland sehr viel passiert und vieles neu gegründet worden ist, gerade unter den Religionen. Wir Muslime hier in Berlin haben zum Beispiel endlich erreicht, dass wir einen islamischen Religionsunterricht haben dürfen. Dafür mussten wir knapp 20 Jahre lang kämpfen; jetzt endlich haben wir ihn bekommen. In einigen anderen Bundesländern ist er auch zugelassen worden. Bei den anderen kleinen religiösen Gemeinschaften, oder auch nicht-religiösen Gemeinschaften (man zweifelt ja immer daran, unter was man beispielsweise Hindus und Buddhisten einstufen soll, wobei ich persönlich der Meinung bin, dass sie zwar eine andere Vorstellung haben mögen, aber dennoch gläubige Menschen sind) scheint das sehr viel schneller zu geschehen. Die Buddhisten hier in Berlin haben noch nicht einmal ein halbes Jahr gebraucht, um ihren Unterricht in den Schulen abhalten zu können. Wir Muslime haben 20 Jahre gebraucht.

Über andere islamische Vereinigungen haben Sie sicher schon einmal etwas gehört. Da gibt es den 1986 gegründeten Islamrat und den erst 1994 gegründeten Zentralrat der Muslime. Beide Vereinigungen sind hier in Berlin gegründet worden, einer sogar in meiner eigenen Wohnung. Ich bin selbst kein Mitglied, weil ich mit einigen Sachen nicht ganz übereinstimme. Das muss ja auch nicht sein.

In Deutschland leben mittlerweile 3,7 Millionen Muslime. Es gibt Leute, die große Angst vor ihnen haben, vor allem die beiden Amtskirchen. Dort fragt man sich wahrscheinlich, ja was erlauben die sich eigentlich hier, diese Muslime? Sie können doch nicht so einfach ihre Moscheen bauen! Ich kann mich noch erinnern, wie ich vor einigen Jahren an meine Glaubensbrüder appellierte: ‚Jetzt wird es Zeit, dass ihr endlich aus den Hinterhöfen rauskommt; lasst die anderen wissen, was bei uns passiert.’ Jetzt kommen wir heraus, und das ist ja auch richtig so! Vor einigen Wochen hat das sogenannte Zentralinstitut Islam-Archiv-Deutschland einige neue Zahlen veröffentlicht. Dieses Islam-Archiv wurde ursprünglich schon 1927 auch hier in Berlin gegründet und archiviert Urkunden und Dokumente der islamischen Gemeindegründungen seit 1739. Eine der Gründungsveranstaltungen fand in der Moschee in der Brienner Straße statt. Allerdings war das zu einer Zeit, in der noch Einigkeit unter den Muslimen hier in Berlin geherrscht hat, was jetzt leider nicht mehr der Fall ist. Dieses Archiv hat Anfang dieses Jahres wie jedes Jahr eine Statistik veröffentlicht. Da wird alles zusammengetragen, was sich zahlenmäßig über das Jahr verändert. Und da stellt sich heraus, dass in den letzten zwei Jahren viele Bundesbürger zum Islam übergetreten sind. Wir hatten einen Zuwachs von über 4000 neuen Muslimen. Das wächst und wächst immer mehr. Man hat ausgerechnet, dass wir im Jahre 2030 hier in Deutschland mehr Muslime als Christen haben werden, wenn das so weiter geht. Das macht den Amtskirchen natürlich Angst. Mittlerweile hat sich auch schon herumgesprochen, dass die Muslime zur drittstärksten Religionsgemeinschaft in Deutschland herangewachsen sind. Eigentlich sind wir sogar die zweitgrößte Gemeinschaft, wenn man die Christen als ein Ganzes nimmt. Es sind doch beides Christen, sowohl die Katholiken wie auch die Protestanten.

Die Gründung des Koordinationsrats der Muslime: ein Schritt in die richtige Richtung

Im März dieses Jahres wurde in Köln der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland gegründet. Vier große islamische Organisationen sind Mitglied geworden. Für mich ist es eine besondere Freude, dass auch die große islamisch-türkische Organisation, die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) mit dabei ist, die sonst nirgendwo mitmacht. Die DITIB ist eine vom türkischen Staat unterstütze Organisation, die wohl auch eine Art Aufpasserfunktion hat. Mit ihrer Hilfe will der türkische Staat die Verbindung mit seinen Staatsbürgern im Ausland aufrecht erhalten und sie wohl auch ein wenig beobachten. Es ist ja mittlerweile schon beinahe so, dass die Mehrheit der Türken im Ausland lebt. Allerdings stelle ich auch fest, dass wieder die gleichen im Vorstand des Kooperationsrates sitzen, die schon aus dem Islamrat und dem Zentralrat der Muslime bekannt sind. Ich würde es begrüßen, wenn man in einem weiteren Schritt diese beiden großen Vorgängerorganisationen auflösen könnte, so dass man nur noch einen großen Dachverband für alle Muslime hat. Bis jetzt sind es doch immer drei verschiedene Organisationen, die uns Muslime hier in Deutschland vertreten wollen. Meine Gemeinschaft, wie auch viele andere Gemeinschaften, sind bis jetzt noch in keiner der großen Organisationen Mitglied geworden.

Besonders die Evangelikalen aus Wetzlar, die ja auch nur eine Minderheit innerhalb der Evangelischen Kirche sind, wenden sich gegen den Bau neuer Moscheen. Sie scheinen in einem Albtraum-ähnlichen Zustand zu leben und sehen sich im Geiste schon von feindseligen Muslimen umzingelt. Sie sind Opfer ihrer eigenen unzulänglichen Vorstellung über den Islam geworden.

Wir haben hier in Deutschland etwa 2500 islamische Gebetshäuser. Davon sind 70 Moscheegebäude, die also als solche auch von außen her sichtbar sind. Hier in Berlin gibt es drei Moscheen, eine vierte ist im Bau, aber schon fast fertig, und die fünfte ist geplant, aber die Bautätigkeit steht noch ganz am Anfang. Die Muslime in Deutschland sind jetzt besser organisiert. Man unternimmt gemeinsame Schritte und artikuliert sich besser als zuvor. Dir, lieber Fritz, sei noch mal herzlich gedankt für deinen Leserbrief, in dem du Stellung genommen hast zu dem umstrittenen Urteil einer Frankfurter Richterin, die mit ihrer willkürlichen Auslegung des Koran bezüglich eines vermeintlichen Züchtigungsrechts des Ehemanns gegenüber seiner Ehefrau in Wirklichkeit dem Islam sehr geschadet hat. Die Amtskirchen sehen darin eine willkommene Gelegenheit, den Islam zu diskreditieren, so nach dem Motto, da schaut euch die Muslime an, die sind ja noch schlimmer als Scientology und die Vereinigungskirche zusammen. Was die Richterin da geurteilt hat, war ganz sicherlich nicht im Sinne des ursprünglichen Islam, und es ist nur gut, dass dazu nicht nur aus islamischen Kreisen Stellung genommen wurde.

Wir Muslime sind ja auch seit Neuestem in einigen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vertreten. Das ist für mich als Muslim eigentlich nichts Neues. Wir hier in Berlin, und ich sage immer, Berlin ist der Vorreiter in Sachen religiöser Toleranz, haben viermal im Jahr eine islamische Andacht im Rundfunk. Das geht übrigens bis auf die Zeit unmittelbar nach dem II. Weltkrieg zurück, als Berlin noch von den Alliierten verwaltet wurde. Damals war immer ein Kommandeur jeweils für ein Vierteljahr für die Verteilung von Kohlen zuständig. Dem russischen Kommandeur war es dann zuviel, dass die Familien einzeln ihre Anträge vorbrachten. Er verfügte, dass die Kirchen und andere Organisationen die Verteilung an ihre Gemeinden übernehmen sollten. Wir Muslime traten auch als eine Organisation auf und waren so von Anfang an mit dabei. Diese Organisation der Muslime in Berlin existiert heute noch, und so kam es, dass wir schon seit längerer Zeit auch im öffentlichen Rundfunk sprechen dürfen.

Es gibt jetzt auch gute Kontakte zum Südwestfunk, mit dem wir schon seit über einem halben Jahr in Verbindung stehen. Angedacht ist ein Beitrag der Muslime, einmal im Monat zumindest. Und dann ist ja die Rede vom „Wort zum Freitag“, analog zum „Wort zum Sonntag“ der Amtskirchen. Ich würde es darüber hinaus begrüßen, wenn auch unsere Gottesdienste regelmäßig in Radio und Fernsehen übertragen werden könnten, es muss ja nicht gleich jeden Freitag sein. Aber warum sollten im Fernsehen nicht ab und zu solche Gottesdienste gezeigt werden, und vor allem auch die Feierlichkeiten anlässlich unserer Feiertage, die dann bei dieser Gelegenheit auch entsprechend erklärt werden können. Der Koordinationsrat der Muslime hat seine ersten Aufgaben unmittelbar nach seiner Gründung wahrgenommen, was ich sehr begrüße. Endlich geschieht es, dass zu Ereignissen wie den Christenmorden in der Türkei öffentlich Stellung genommen wird. Der Zentralrat und der Islamrat waren darin immer sehr zurückhaltend gewesen. Aber der Koordinationsrat der Muslime nimmt klar Stellung und verurteilt die Morde in aller Schärfe und stellt klar, dass diese Verbrechen mit Koran und Islam nichts zu tun haben. Unser Glaube sanktioniert Gewalt und Mord in keinem Fall, sondern ruft uns auf, dass wir untereinander wetteifern sollen, wer den größten Beitrag für den Frieden auf allen Ebenen leisten kann. Zur Zeit des Propheten Mohammed haben sich alle gut verstanden, auch mit den Christen und Juden. Später gab es Konflikt und Auseinandersetzung und man kann als Muslim ruhig zugeben, dass nicht alles immer so gut und richtig war, was damals gelaufen ist. Aber wie gesagt, es geht jetzt bergauf.

Der Nationale Friedensrat überwindet religiöse Schranken

Ich bin auch für dieses Treffen dankbar, dass wir aus vielen Bundesländern hier in der Hauptstadt zusammenkommen konnten. Wir wollen zeigen, dass wir als Nationaler Friedensrat tatsächlich funktionieren können, auch über religiöse Schranken hinweg, und dass wir gemeinsam zu aktuellen Problemen und Herausforderungen in unserer heutigen Gesellschaft Stellung nehmen können. Es gibt viele Friedensbewegungen, und ich bin in einigen davon tätig. Am kommenden Montag, dem 1. Mai, gibt es ein großes Friedensgebet im Prenzlauer Berg gemeinsam mit vielen Religionen. Wir wollen nicht nur Steine werfen, wenn ich das einmal so deutlich sagen darf, sondern vor allem für den Frieden beten. Zusammen mit Vertretern anderer Religionen treffen wir uns einmal im Monat hier in Berlin, und das schon seit vielen Jahren. Ich erinnere mich auch noch gut an unsere Friedensrally mit der IIFWF vor dem Brandenburger Tor im Dezember 2004, die ja unter dem Motto stand: „Gebt dem Frieden eine Chance – Juden, Christen und Muslime beten für den Frieden“. So wie wir das damals mit IIFWF vor dem Brandenburger Tor organisiert haben, machen wir das jetzt einmal im Monat mit verschiedenen Religionen. Wir hatten damals den Anfang gemacht. Und jetzt gründen wir gemeinsam den Nationalen Friedensrat und setzen auch gleich einige ständige Arbeitsgruppen ein. Ich persönlich interessiere mich mehr für Religion, nicht so sehr für die Politik. Dafür gibt es andere Leute. Wir sollten auch genau darauf achten, dass auch wirklich möglichst viele verschiedene Leute aus unterschiedlichen Religionen im Friedensrat vertreten sind. Es bringt nichts, wenn wir uns nur auf besondere Gruppen konzentrieren. Es sollten möglichst viele mitmachen und der Rat sollte für alle offen sein, auch wenn sie jetzt vielleicht an einer Teilnahme noch gar nicht interessiert sind.

Ich wünsche dem neuen Friedensrat noch alles erdenklich Gute. Denjenigen, die zum ersten Mal als unsere Gäste hierher nach Berlin gekommen sind, wünsche euch heute und morgen noch einen schönen Tag hier in Berlin.

Aus dem Buch: „Auf dem Weg zu einer friedlichen Gesellschaft“

Kando-Verlag 2007, 104 Seiten, Taschenbuch, ISBN 3-922947-36-0

www.kando-verlag.de